Als Kind freute ich mich jedes Jahr auf die Weihnachtsgeschichte, hinterliessen sie in meinem Herzen doch immer tiefe Spuren und lange noch konnte ich Personen oder Geschehnisse aus diesen Geschichten in mir bewegen
Auch jetzt liebe ich Geschichten, vor allem Geschichten, die das Leben schreibt und so freue ich mich auch jedes Jahr auf die Weihnachtsgeschichte, die mir jeweils zufliegen möchte, oft gestrickt aus dem, was in dieser Zeit in meinem Leben geschieht und wofür ich mich nur öffnen muss, sie zu vernehmen...
Wenn ich die Geschehnisse der letzten Tage so reflektiere, so prägt sie für mich ein Begriff besonders: Leben
Am Weihnachtstag kamen wir mit der Familie zusammen. Darunter die Grosseltern, unsere Generation, unsere Boys um +/- 20 Jahre und auch die drei jüngsten Sprosse eines Schwagers. Der Jüngste, gerade mal ein paar Wochen auf dieser Welt und da er als Frühchen zur Welt kam, noch winzig klein. Es war ein wunderbarer Tag, unsere Boys wechselten sich ab im Spielen mit den grösseren Cousins und im Herumwiegen und Bestaunen des Allerkleinsten. Welch eine Freude, diesem Schauspiel, das sich da bot zuzuschauen! Welch eine Chance, so dachte ich, für unsere Jungs, dass sie die Möglichkeit haben, so ein kleines Baby in ihren Armen und Händen halten zu dürfen. Wie gebannt bestaunten sie alle vier immer wieder die Äuglein, die Fingerchen, Zehen und das zauberhafte winzige Lächeln dieses kleinen Wesens, das gerade erst seinen Weg auf dieser Erde angetreten hat. Mein Herz jubelte ob dieser Begegnung und diesem Geschenk
Weihnachten, Licht, Glück, Freude Hoffnung
.
In dieser glücklichen Stimmung erwachte ich auch am nächsten Morgen und verweilte darin noch ein wenig, dankbar, friedlich
als ein Anruf kam, dass ich als Bestatterin zu einem Suizid gerufen wurde. Ein totaler Wechsel, Konzentration auf der Fahrt dahin und auf das, was ich antreffen werde, von dem ich jeweils kaum mehr weiss, als eben, dass es ein Unfall oder Suizid ist. In diesem Fall wars ein junger Mann anfangs zwanzig, der sich an seinem Arbeitsort an einem Autolift erhängt hat. Während ich mit meinem Arbeitskollegen im Kreise des Arztes, Staatsanwaltes und der Polizei meinen Dienst am Verstorbenen tat, nahm ich die grausame Ohnmacht und Verzweiflung seiner Eltern und Familie wahr, die ohne Trost, ohne Licht, ohne Weihnacht ist. Tiefgläubige Eltern, denen von einem Moment zum anderen alles genommen wurde
Es blieb mir nur, für diese Eltern und auch im Respekt der Würde des Verstorbenen gegenüber, meine Aufgabe als Bestatterin so würdevoll es ging zu machen und die Ohnmacht zusammen mit allen die da waren auszuhalten. Auf dem Nachhauseweg ging ich wie nach jedem Todesfall für einen Moment in unsere Kirche, um für den Verstorbenen wie auch seine Familie eine Kerze anzuzünden in der Hoffnung, dass auch in die tiefe Nacht dieser Familie Licht und Trost kommen möge. Tod...eines der schmerzhaften Geheimnisse unseres Lebens, ein unbegreifliches auch vor allem, wenn ein junger Mensch auf diese Weise geht
Zu Hause angekommen, noch verweilend in der Verbundenheit mit diesen Menschen, die mir begegnet sind, öffnet sich die Tür und einer meiner Söhne wedelt mir fröhlich mit einem tiefroten Samtstoff vor der Nase herum. Der Fasnachtskostümstoff (Karnevall) seines Vereins ist gekommen, zusammen mit der Nähanleitung und so vertiefte ich mich kurz darauf in das Studieren der Nähanleitung und in diese verschiedenen roten Stoffe aus Pansamt, leuchtendem Satin
Leben
es fliesst
von einem Ereignis ins nächste vom Anfang des Lebens zum Ende, von der Freude zur Trauer und wieder zur Freude
einmal mehr wurde mir, als ich über diesem faszinierend leuchtenden Stoff brütete bewusst, wie nah alles zusammen ist und wie auch offenbar alles zusammengehört und wie gerade all das Leben ausmacht
Mein Mittrauern mit der Familie von vorhin machte langsam wieder einer tiefen Hoffnung in mir Platz, dass alles, die freudenvollen, die lichtreichen wie auch die schmerzhaften Geheimnisse unseres Lebens schlussendlich zu den glorreichen führen werden wie wir es ja auch in der katholischen Tradition im Rosenkranz mit eben diesen vier Folgen von Geheimnissen immer wieder betrachten
Mich einzulassen, immer mehr ohne Vorbehalte auf alle diese Geheimnisse einzulassen, mein Wunsch an dieser Weihnacht für mich
Marielle
" Die Liebe ist die Wärme, in welcher das Eis des Herzens schmilzt" von Jeremias Gotthelf
Lasst uns im neuen Jahr einfach mehr auf die Botschaften in unserem Herzen lauschen und diese durch unsere Menschenliebe in Worte formen, die das Herz eines jeden Menschen erwärmt und von Kälte befreit!
Es tut so gut Menschen um sich zu haben die noch liebesfähig sind.Davon gibt es schon noch einige im Forum.Also lasst uns einen neuen, mit Wärme gefüllten Sprachstil finden im neuen Jahr, daß wünsche ich mir von uns allen!
Auf das wir immer den Weg finden mögen, auf dem gerade die Sonne scheint.Liebe Grüße von Irmela
Spruch des Tages:
"Tausende von Kerzen kann man am Licht eine Kerze anzünden ohne dass ihr Licht schwächer wir.Freude nimmt nicht ab, wenn sie geteil wird"
Ich wünsche allen Forumsmitgleidern eine fröhliche Weihnachtszeit, mit oder ohne Erleuchtung.Liebe Grüße von Irmela
Häufiger Streit unter Weggefährten entsteht durch Zielformulierungen. Nachdem sie mich bei Allis oft störten, weil sie so unerfüllbar klingen und nachdem nun GastX ein Zitat des Bodhidharma brachte, wo ebenfalls mir eine scheinbar unerfüllbare Forderung entgegentrat, stellte ich mir heute morgen die Frage, ob solche Forderungen nicht als völlig herzlos zurückgewiesen werden müssten.
Dadurch kam ich zu dieser Frage, wenn sie nicht zurückgewiesen würden, wie würden sie erfüllbar sein?
Ganz sicher nicht ohne etwas zu tun. Nur, kann man einfach so hergehen und sagen, "habe kein Ego" und wie durch Zauberkraft verschwindet es dann?
"Habe kein Ego" steht hier stellvertretend für viele weitere Forderungen, eigentlich das komplette 20-Punkte-Programm, aber auch jede weitere Forderung, die im Raum steht, wenn man sich "auf den Weg macht".
Wenn diese Forderungen durch eine Zauberkraft erfüllt werden, worin mag diese bestehen?
Auch hier, wie auf dem gesamten Weg, ist die Antwort so einfach, dass es verblüffen muss.
In der Übung gegenstandsfreier Meditation passieren all diese Dinge. Ganz automatisch, ganz ohne weiteres Tun.
Meine Erfahrung mit Sitzen und (für mich) Beachtung des Atems (Atmens) zeigt mir, wie diese Zauberkraft funktioniert. Ich nehme mir lediglich vor, diese meine Übung zu vollziehen. Verliere ich sie, weil "mein Geist" abschweift, bzw bemerke ich, dass dies so ist, indem ich mich erinnere, was meine eigentliche Übung ist, dann gehe ich zu dieser Atembeachtung zurück. Sitzen muss ich nicht zurückholen... solange ich nicht umgefallen bin...
Was passiert nun in dieser Zeit?
Ich erlebe einfach das was so von mir übrigbleibt, mein Sitzen, meine Atmung und alles was mir ungewollt in den Sinn kommt. Das Sitzen verändert sich nur gelegentlich bzw kaum, auch der Atem ändert sich kaum, viel an Ideen produzieren beide nicht. Verbleiben noch die Träume, Gedanken, Gefühle, Erinnerungen, Phantasien, was immer da so auftaucht und verschwindet. Mal gehen diese Dinge einfach so vorbei, mal hänge ich an einem Inhalt, bemerke es dann und gehe zum Atem zurück. Mehr tue ich nicht.
Ich sage mir nicht, "habe kein Ego", "habe keine Meinung" usw, ich habe sie einfach nicht, weil ich meine Meditationstechnik habe. Tauchen sie auf, haben sie dasselbe Schicksal wie alle anderen Inhalte, die eben nicht Gegenstand meiner Übung sind.
(Im übrigen ist auch der Atem nicht Gegenstand der Übung, denn ich versuche nicht ihn zu analysieren, ich verfolge ihn nur. Und dies auch nur um eine Konzentrationsmöglichkeit zu haben, wenn ich bemerke, dass ich einem Inhalt folge. Nicht um etwas über den Atem zu wissen.)
Selbst das Ego verliert sich zwischenzeitlich, aber natürlich meldet es sich irgendwann wieder. Würde es für immer verschwinden, das wäre schade, denn dann könnte ich Euch nichts mehr aufschreiben....
Bliebe noch die Frage, ob denn nun die Forderungen erfüllt werden oder nicht. Denn die Erfahrung zeigt ja, in dem einen Moment sind sie erfüllt, in einem anderen wieder nicht.
Sollten wir den Anspruch haben, nie wieder im Leben ein Ego zu haben, nie wieder eine Meinung zu vertreten, nie wieder etwas zu mögen oder abzulehnen... usw?
Ich denke, nein, denn es ist nicht realistisch. Es passiert nicht wirklich, niemandem. Solange wir leben, werden wir immer wieder "gegen diese Forderungen" verstoßen müssen. Und wir sehen ja jeden Tag, dass dies passiert.
Was können wir also damit tun?
Wir können uns bewusst machen, dass dies so ist. Dass wir die Forderungen in der Meditation erfüllen, im Alltag meist eher weniger.
Ist das schlecht? Ist das gut?
Es ist so. Also neige ich dazu zu sagen, es ist gut so. Es ist in Ordnung, ich werde mich nicht dagegen stemmen, nur um unrealistische Forderungen aufrechtzuerhalten.
Was ich tun kann, weil ich bemerke, wie gut es mir tut, ich kann meine Meditation praktizieren. In dieser Zeit erfülle ich all die Forderungen. Dies wirkt sich selbstverständlich auf meinen Alltag aus, denn da sind ja Erfahrungen, die sich der Summe meiner Erfahrungen hinzugesellen. Und es ist immer die Summe meiner Vergangenheit, die meine Gegenwart bestimmt.
Für mich sind all die Forderungen nichts als Hinweise auf das Praktizieren. Sie sind nicht das Praktizieren selbst, sie beinhalten oft leider nicht einmal die konkrete Anweisung, wie denn nun zu praktizieren sei. Sie sind allein völlig nutzlose Erzeuger von dem Gedanken, nicht vollkommen zu sein. Erst eine "rechte Versenkung" entlässt sie überhaupt in gewisser Weise aus ihrer Sinnlosigkeit.
So, und nun, entlasse ich sie mal wieder für eine Weile...
Gruß
mipooh
Liebe Leute,
mipoohji, äußerte folgendes:
Auch die Erfüllung eines Satori ist letztlich ein Ergebnis einer Suche, eines Verlangens.
Dieses Verlangen trieb den Buddha entschlossen bis zum letzten unter den Baum, und er wollte nicht dort aufstehen, bis er endlich erfüllt sei.
Ich würde mich darüber freuen, seine Ansicht zu sprechen.
Gelangt man tatsächlich auf Grund von Verlangen zur Erfüllung eines Satori oder gar ins Nirvana?
Ist Nirvana das Ergebnis eines Verlangens?
:)
Hallo all Ihr Lernwilligen,
ich habe da eben eine Sendung gesehen, die ich Euch nahelegen möchte.
http://plus7.arte.tv/de/detailPage/1697660,CmC=2329260,scheduleId=2300266.html
Dies ist eine Sendung, die sich mit Wahrnehmung, Realität, Hypnose und Meditation auseinandersetzt und so einige Zusammenhänge klärt, die auch Meditierenden wichtig sind.
Die Sendung ist unter dem Link oben noch für ein paar Tage zu sehen. Da ist nicht wirklich etwas neues, die meisten von Euch werden viele Einzelheiten daraus irgendwie kennen. Die Dinge sind jedoch in einen Zusammenhang gebracht, der dann doch helfen kann, auch seine eigenen Erfahrungen, auch die in der Meditation, besser verstehen zu können.
Gruß
mipooh
"Finde den stillen Klang des Mondes: Als Mönch in einem japanischen Zen-Kloster"
Ich habe neulich eine WDR-Radio-Buch-Rezession dieses neuen Buches gehört ( http://medien.wdr.de/m/1222944787/radio/eden/wdr5_diesseits_von_eden_20081005_0900.mp3 ). (Ab 20ter Minute kann man es nochmal hören).
Daraufhin habe ich es gekauft; ich habe es nun gelesen, und es hat mich so sehr gefesselt, daß ich es in einem Rutsch durchlas. Der Autor hat sehr vieles erlebt und hat seinen absoluten Traum verwirklicht.
Seine Erfahrungen und sein fester Wille, die er in diesem Buch zum Ausdruck bringt, werden gewiss vielen Menschen ein Vorbild sein!
Meine volle Bewunderung hat Ryofu Pussel jedenfalls, und auch ich kann vieles aus seinem Buch lernen. Vielen Dank, daß mir und bestimmt auch vielen anderen Menschen so ein authentischer Einblick in die Welt des japanischen Zen-Buddhismus ermöglicht wurde.
Kurzbeschreibung auf der Rückseite des covers:
Wie wird man zum Zen-Meister? Wie ist das Leben als Mönch in einem japanischen Zen-Kloster wirklich? Ryofu Pussel ist mit 24 Jahren nach Japan gegangen und hat dort die klassische Ausbildung zum Zen-Mönch durchlaufen. In diesem Buch nimmt er die Leser mit auf eine Reise in das spirituelle Japan. Liebevoll und schonungslos erklärt er, wie sich das wirkliche Leben als Mönch anfühlt, von der Ankunft im Kloster über die Ausbildung, die Beziehung zum Meister bis hin zu der harten körperlichen Arbeit, dem streng geregelten Tagesablauf und dem Umgang mit materiellen Dingen. Basierend auf den Erfahrungen seiner eigenen Lehrzeit weist er dabei einen praktischen Weg zu innerer Ruhe, Harmonie und Seelenfrieden, der auch außerhalb der Klostermauern gangbar ist. Dieser spannende und amüsante Erlebnisbericht wird ergänzt durch zahlreiche Fotos aus dem Klosterleben.
Für die Weihnachtszeit würde mich mal interessieren was versteht ihr unter "Liebe", für mich ist Liebe die Kunst des Verzeihens! Es würde mich sehr interessieren was ihr so alle unter Liebe versteht!Liebe Grüße von Irmela,Nononn Du brauchst mir nicht zu Antworten Deine Meinung interessiert mich nicht!
Heute Mittag kam, gerade recht zur Adventszeit, meine Lieblingszeitschrift "Das Kuckucksnest", eine Zeitschrift, wo Psychiatrie-Erfahrene ihre Gedichte, Gedanken, Zeichnungen...beitragen können. Die Zeitschrift ist schräg, genial, nachdenklich stimmend,oft extrem treffend, brut, originell und vieles mehr.
Eines der aktuellen Gedichte möcht ich euch nicht vorenthalten, weil ich beim Lesen spontan an euch gedacht habe... ;-)
Erst kürzlich hat man mir gesagt
Ich sei doch jetzt schon recht betagt.
Ob ich schon drüber nachgedacht
Was man mit meinem Soma macht?
Wenn Anima und Spiritus
gemeinsam fassten den Entschluss
Das Soma jetzt allein zu lassen
Und droben d Flügeli go fassen.
Zwar sei das Soma gut im Schuss
Trotzdem die Gallenblase duss.
Und auch vom Organ Prostata
Sei noch so viel wie nichts mehr da.
Im Kopf mache der Tinnitus
In beiden Ohren viel Verdruss
Wobei das allzu schlimm nicht wär
Die Ohren hörten eh nichts mehr...
Ich soll doch exsomatisieren
Ganz einfach nicht mehr existieren
Ins Nirwana dislozieren
Und das Soma hier kremieren.
Ja aber, wenn ich's selber tu
Find ich im Jenseits keine Ruh.
Muss gar nochmals ein Soma fassen-
Das ist nun wirklich nicht zum Spassen.
Drum bring ich mich nicht selber um
Mit zweiundsechzig wär das dumm.
Hab ich schon so lang durchgelitten
Wird jetzt der Docht nicht abgeschnitten.
Ich möcht dann auch nicht dafür büssen
Und resomatisieren müssen.
Drum bliib i no es Ziitli doo
S' Abträte wird no früe gnue choo...
Es Grüessli
Marielle
Schweigen ist der einzige Weg zur Selbsterkenntnis. Schweigen ist der einzige Weg aus der Illusion in die Wirklichkeit. Schweigen ist der einzige Weg, der zur Wahrheit führt. Schweigen ist der einzige Weg zum Frieden, zum Glück, zur Freiheit. Und wenn auch nur ein Mensch schweigt, so ist er mächtiger als 6 Milliarden Menschen, die reden.
Wie findet man etwas, das man nicht verloren hat?
Diesen Satz las ich gestern und heute morgen und ich dachte mir, wie klug...
Hier wird zunächst mal gesagt, dass da jemand etwas sucht. Und natürlich glaubt jemand, der etwas sucht, dass er es verloren habe, oder dass er es zumindest derzeit nicht besitzt.
Nun wird in dem Nebensatz gesagt, dass dieses gar nicht verloren war. Zumindest eine interessante Idee. Wie wäre es, wenn man bemerken würde, dass man das was man sucht, gar nicht verloren hat, dass es durchaus verfügbar ist?
Was würde passieren, wenn man dem zufällig begegnet, vielleicht sogar immer wieder, während man doch sucht. Würde man nicht denken, dass es dies gar nicht sein kann? Denn dies ist doch immer wieder da. Weil man eben "weiss", dass man sucht, käme man gar nicht auf die Idee, dass es dieses ist, was man suchte...
So langsam findet sich der Satz zusammen. Da gibt es ein Finden von etwas, was man zwar sucht, aber was man vergeblich sucht, weil man es ja gar nicht verloren hat. Was man aber immer wieder übersieht, solange man denkt, man suche doch schliesslich etwas. Also könne es das was man da dauernd sieht doch wohl kaum sein...
Worum es letztlich geht ist hoffentlich von vornherein klar. Natürlich geht es um "das Selbst", die "Buddhanatur", oder wie immer man es sonst gerade benennt.
Dies ist das, was man nie verloren hat, weil man es gar nicht verlieren kann, denn man ist es ja selbst. Und trotzdem findet man sich suchend.
Wer ein wenig die Sucherszene kennt, sei sie nun buddhistisch, sei sie sonstwie geprägt, wird zustimmen, dass tatsächlich häufig gesucht wird. Nach dem, was zu fehlen scheint, damit man sich ganz fühlt.
Und nun wieder die Frage: Wie findet man das denn?
Wie findet man eine Brille, die man auf der Nase hat? Brillenträger werden das vielleicht schonmal erlebt haben. Man versucht sich zu besinnen, wo man das verflixte Ding denn wohl hingelegt hat, irgendwo weg von sich selbst, und dann, manchmal ganz plötzlich, wird man gewahr, dass sie dort sitzt wo sie hingehört.
Ebenso geht es uns mit dem Selbst, der Buddhanatur, das/die wir alle haben, nicht verloren haben, aber es/sie suchen.
Wenn wir innehalten können, dann können wir uns plötzlich ihrer gewahr werden. Können einfach selbst sein und uns vollständig fühlen. Wissen wieder genau, dass wir sie nie verloren hatten, ja, gar nicht verlieren konnten.
Wir haben nur den Fehler gemacht sie zu suchen, anstatt sie zu finden.
Und nun nochmal das "Wie". Denn das ist das einzige an dem ganzen Satz was wirklich interessant ist. Ich weiss nun, wer diesen Satz gesagt hat, und daher weiss ich, wie er es tut. Und ich weiss, wie ich es tue. Und ich weiss, wie Praktizierende des Zazen es tun. Wir setzen uns ganz einfach hin und warten ab, dass es gewahr wird.
Für mich ist das Warten jedesmal das einzige Problem. Weil ich jedesmal davon ausgehe, etwas zu suchen, was ich gar nicht verloren habe. Etwas tun zu müssen um diese Suche zu einem guten Ende zu bringen.
Und jedesmal finde ich es, wenn ich einfach das tue, was mir empfohlen wurde, es nicht zu suchen, sondern zuzulassen, dass ich es finde.
Genau wie es jedesmal so ist, dass ich es als von mir getrennt denke, ist es jedesmal so, dass ich es als zu mir gehörig fühle, meist nach wenigen Minuten, in denen ich zwischen Finden und Suchen schwanke. Das Finden wird zu einer angenehmen Gewohnheit, obwohl ich ja tatsächlich nichts finden kann was ich nicht verloren habe...
Alles was mir bleibt ist das "Wie", oder "zentechnisch" gesprochen, Zazen. Sinnlos, wie manche gern mal sagen, weil sie ja wissen, dass sie etwas suchen, was sie gar nicht verloren haben...
Lieben Gruß
mipooh
Liebe Leute,
seit Jahren beteilige ich mich an diesem Zenforum und sehe mit wachsendem Desinteresse, dass es sich nun fast ausschließlich um Reiner dreht.
Damit nicht alle Dialoge zwanghaft in die bekannten Dispute mit Reiner und Partner münden, schlage ich nun vor, dieses Forum wie folgt thematisch aufzuteilen:
a) Zazen
b) Zen in der Anwendung
Unter B könnten sich weiterhin alle zu Wort melden, welche etwas zu den speziellen Ansichten von Reiner beitragen möchten, so dass Reiner etc. wie bisher werbewirksam auf seine Produkte verweisen kann. Auch über die Kosten seine Zenanwendungen könnten besprochen werden. Ich zB. hab Halswirbelosteoporose und wüsste gern, was eine heilende Zengymnastikanwendung seiner Firma kostet.
Unter A hingegen könnten allgemeine Themen hinsichtlich Zazen bzw. Zenbuddhismus separat besprochen werden.
Da der admin offensichtlich keinen Einfluss auf die Strukturierung des Forums nimmt, ist es also eine Frage unserer Selbstdisziplin dieses Puddingteilchen so aufzuteilen, dass es allen schmeckt bzw. bekommt. Ich für mein Teil mag nicht in jedem thread einen Reinerdisput vorgesetzt zu bekommen und halte es für angebracht ihm und seinen Kontrahenten einen eigenen Raum für Zen-Streitigkeiten zu gewähren.
So, ich hoffe allen Beteiligten dieses Forums einen respektablen Vorschlag unterbreitet zu haben und sehe einem disziplinierten Themenbezug bei künftigen threads hoffnungsvoll entgegen.
Gruß
gastx
Hallo,
ich habe mal eine vielleicht ganz doofe Frage: seit etwas 3 Wochen sitzen ich jetzt zuhause für mich, immer ca. 10 bis 15 Minuten. In den letzten Tagen läuft mir nach kurzer Zeit bereits der Schweiß und am Ende bin ich regelrecht durchgeschwitzt.
Durch mein leichtes Übergewicht schwitze ich recht leicht. Aber beim ZaZen sitze ich doch nur?
Kann es sein, dass ich zu verspannt sitze? Hat jemand eine Idee, woher das Schwitzen nach so kurzer Zeit kommen könnte?
()
Rader
Das Wesen des Formlosen ist Ruhe.
Das Wesen der Formen ist Bewegung.
Aus der Formlosigkeit entspringen alle Formen, verändern sich im Laufe der Zeit und lösen sich schließlich wieder in der Formlosigkeit auf.
Gassho
Wenn ich so parallel mein Leben und Zen.de ansehe dann stellt sich mir diese Frage. Und es kommen mir gleich mehrere Aspekte als weitere Fragen in den Sinn und auch die Antworten, wie sie mir mein Leben hierzu gibt.
Da ist ein Mensch der etwas sucht. Das bisherige Leben und Erleben mag nett oder grausam gewesen sein, oder auch beides, aber da fehlt etwas.
Und dann geht es los... Philosophien, Religionen, Esoterik?, Weltanschauungen, vielleicht sogar Politik, all das scheint zu behaupten, Lösungen anbieten zu können, aber so recht mag keine Freude aufkommen.
Bis dann irgendwann etwas wichtiger oder richtiger erscheint als die anderen Dinge. Nicht sicher ein Ende der Suche, aber zunächst mal eine kleine Beruhigung des Gemüts (welches ganz schön aus dem Gleichgewicht geraten sein kann).
Irgendwann kommt eine Form von Praxis. Sei es, wie bei mir, dass jemand rät, einfach mal auf die Atmung zu achten, sei es dass man eingeladen wird, eine Form von Meditation zu lernen.
Ich hatte die Gelegenheit, viele Varianten kennenzulernen. Nicht nur ein Vorteil, denn alles braucht auch Zeit. Und währenddessen hatte ich lange den Eindruck, es gehe um eine Information.
Die Information der Informationen, die Creme de la creme der Informationen, zunächst (von mir) für lange Zeit als die Erkenntnis erwartet, die mir letztlich alles erklären sollte.
Was mich störte, immer wieder und in jeder Gruppierung, das waren Fassaden, die mir beständig angeboten wurden. Sie unterschieden sich nicht wirklich von dem, was ich bereits als unbefriedigend kannte.
Bis dann eines Tages etwas geschah, was mich einfach mitnahm. Etwas hatte mich berührt, ich fühlte mich ganz persönlich angesprochen. Es war in der Begegnung mit einer Person einer solchen Gruppierung und ich hätte es nicht einordnen können. Es war anders und doch vertraut.
Es folgte eine weitere lange Zeit, in der ich oft genug mimosenhaft mich zurückzog, aber auf der anderen Seite liess mich nicht los, dass ich mich wohlfühlte. Oft so wohl, dass ich von Glück spreche. Ohne zu verstehen versuchte ich das zu tun, was mir geraten wurde. U.a. auch Zazen, wo ich jedoch sehr bald an meine Grenzen kam. Es wurde gelegentlich sehr unangenehm. Da war in mir (es geht um erste Zeiten des Sitzens und Meditierens) so vieles, was mir auch Angst machte.
Bis ich dann eines Tages von einem Freund gebeten wurde, einfach mal zuzuhören. Und zwar, ohne in meinem Kopf nach Argumenten zu suchen, die mir erlaubt hätten zu diskutieren, mir aber gleichzeitig verwehrt hätten, das aufzunehmen, was ausserhalb der Worte stattfand.
Merkwürdig beschwingt trampte ich später nach Hause.
Wieder später traf ich auf meinen Lehrer. Ich fand wirklich nichts ungewöhnliches an dem was er sagte, wollte mich schon gelangweilt fühlen, als ich bemerkte, dass ich einfach zutiefst zufrieden war. Ich war schon draußen, aus der Halle gegangen und ich fühlte mich frei wie ein Vogel. Als sei mir ein Brustpanzer genommen worden, von dem ich gar nicht gewusst hatte, dass er da war. Einfach nur ein Gefühl, aber ein sehr vertrautes und doch ganz neues.
Ich lernte dann, nach weiteren Jahren, die Techniken, die er anbot und praktizierte sie. Immer wieder praktizierte ich auch Zazen oder auch eine Meditation, die ich "selbst" entdeckt hatte, die Achtsamkeit auf den Atem. Und immer wieder entdeckte ich, dass es mir mit "meinem Meister" und seiner Technik "am besten ging".
Einem anderen Menschen so tief zu vertrauen wie das nun bei einem Meister-Schüler so ist, fiel mir jedoch immer wieder schwer. Dabei waren die Auswirkungen doch so eindeutig. Etwas in mir hatte sich längst entschieden, lange bevor ich selbst das verstehen konnte.
Das schönste und schwierigste an der Geschichte war für mich, dass es keine Regeln gab. Es gab keine 4 Wahrheiten, keinen 8-fachen Pfad, keine Gebote oder Verbote, nur Zuhören, Praktizieren und Wohlbefinden, mehr nicht.
Immer noch berührt mich mein Lehrer zutiefst, der sich selbst als Reminder (Erinnerer) bezeichnet. Und immer wieder lasse ich mich gern berühren. Es ist einfach schön, Freude zu empfinden, für die es keinen "vernünftigen" Grund gibt. Gleichzeitig erlebe ich mich als ausgesprochen "innerlich stabil" und bereit, dieses Leben fortzusetzen in einer Vorfreude auf viele weitere Gelegenheiten, die zwar irgendwie auch oft mit meinem Lehrer zu tun haben, aber noch viel öfter einfach so in meinem Leben erscheinen. Manchmal so oft, dass ich mich vorübergehend als den glücklichsten Menschen bezeichne.
Nun ist es nicht klassisch Zazen, was ich tue. Ich habe es oft genug getan um zu denken, dass es sich nicht wirklich unterscheidet (sofern ich berührt bin).
Und nun kommt zen.de...
Gelegenheiten wie die vorher genannten erfahre ich auch hier. Was ich aber viel zu häufig erfahre, das sind Bedingungen. Egal ob es Allis´ 20 Punkte sind oder Ikkyus Buchstabentreue, egal ob Reiner Thailand mir erklären möchte, was ich niemals wissen wollte (Ihr drei seid jetzt nur Beispiel), es gab und gibt Forderungen und Bedingungen, die ich nicht erfüllen kann. Einfach weil ich bereits selbst erfüllt bin (bzw weiss wie ich erfüllt sein kann) und da kein Platz ist für weitere Bedingungen. Leidglich ist noch Platz für erfüllende Begegnungen.
Was schert mich meine Erleuchtung von vor 30 Jahren oder die des Buddha?! Was scheren mich Regeln, Sitzanweisungen, sonstige Belehrungen, die mir nicht die Zufriedenheit bringen?! Was schert mich die Diskussion um Kaisers Bart?! (Dies, obwohl ich gern auch diskutiere.)
Es sind nicht die Spitzfindigkeiten unserer Worte, die mich berühren können und es ist auch nicht Friede, Freude, Eierkuchen, welche gelegentlich aufgetischt werden. Es sind immer Menschen, ganz konkrete und auch hier, die es ab und zu fertigbringen, mich zu berühren. Die mich veranlassen, sie grundlos zu mögen, manchmal sogar während sie mir Unsinn erzählen.
Worum geht es also eigentlich? Mir, und wahrscheinlich auch anderen, denn so furchtbar unterschiedlich sind wir Menschn im Grunde nicht.
Es geht um etwas, von dem gesagt wurde, dass es von Herz zu Herz "weitergegeben" wird. Etwas was sich so gut anfühlt, dass es daneben keine Alternative gibt. Und etwas, das alle Fragen und alles Suchen verstummen lässt und mir ermöglicht, mein Dasein zu geniessen.
Es existiert und es ist möglich, es immer wieder zu erleben. Überall, auch hier auf zen.de.
Gruß
mipooh
PS Ohne jeden "Konkurrenzgedanken". Wer wissen möchte worum es sich für mich drehte, wer mein Lehrer ist und was er sagt, der kann bei http://www.woptv.de mal reinschauen.
Habe eben am Computer eine Sendung von 3sat gesehen, in der auch Abt Muho mitwirkte.
Vielleicht interessiert es ja jemanden:
http://www.3sat.de/mediathek/mediathek.php%3Fobj=10209&mode=play
Da hab ich mir das angeguckt.
Gruß
mipooh
PS an Zarafel,
die Aussagen des Hirnforschers könnten Dich interessieren
Kennt das jemand hier: das Absolute ist ohne Sinn, konstante Energie, der Weg ist ohne Sinn, der Sinn des Lebens ist nur das Leben selbst. Es ist ein sinnloser Tanz, schön, aber ungerichtet, einfach so da. Wenn ich derart im Sein bin, dann ist alles völlig sinnlos. Woher kann ich die Motivation nehmen, einen Fuß vor den anderen zu setzen, morgens aufzustehen, etwas zu tun? Alle sagen: es gibt nichts zu tun. Na schön, dann tu ich halt nichts. Und? Kein Spaß, kein Ärger, nichts, was wichtig wäre. Alles Eins. Warum sollte ich leben?
Kann mir jemand einen Hinweis geben?
Agape
Hallo ihr Lieben, Augenzeuge der eigenen Gefühle und Gedanken zu werden, die Negativen zu entfernen und die positiven aufzuladen ist vom ZEN kommend von vielen esoterischen Gruppen aufgenommen worden!Ich habe mir jetzt bei solchen Übungen eine imaginäre Schatzdruhe geschaffen und das Wort Reichtum reingelegt.Kann selber nicht so viel mit dem Wort anfangen. Es würde mich freuen wenn der Eine oder Andere auch etwas in die Schatzdruhe reinlegen würde was mir das Wort Reichtum etwas näher bringt.Zum Beispiel Einfallsreichtum,in jedem Augenblick das zu denken und zu fühlen was zur positiven Handlung führt ist das Einzige, was mir zu dem Wort Reichtum eingefallen ist.Ich möchte meine Existenzängste loswerden, deshalb habe ich das Thema eröffnet.Liebe Grüße von irmela
Nachdem ich hier eine Weile versucht habe mitzulesen, werde ich mich auf Nimmerwiedersehen verabschieden. Der Umgangston in diesem Forum ist grauenvoll, voller Besserwisserei und Arroganz und ohne jede Zugewandtheit oder auch nur den Versuch, sachlich zu bleiben. Das soll Zen sein? Nie und nimmer.
Antworten lese ich nicht mehr. Aber ein letzter Tipp sei noch gewagt: Vielleicht sollte sich jemand doch überlegen, einen "Hausmeister" anzustellen, der mal etwas ausmistet.
Neulich teilte mir jemand in einer PN mit, dass es ihn interessiere, was denn für mich in Meditation eigentlich passiere.
Gute Frage, dachte ich, weil ich selber zu dem Zeitpunkt mich fragte, wozu tue ich das überhaupt? Kann ich es auf eine Formel bringen, was da abgeht?
Nun habe ich die Fragestellung etwas erweitert und zwar deswegen, weil ich daran dachte, dass mich ja irgendwas bewogen hatte, es überhaupt mit Meditation zu probieren.
Nun hatte es zwar auch immer Menschen gegeben, die mir erzählt hatten, dass man durch Meditation erleuchtet würde, den Durchblick bekäme und so Zeugs. Nur muss ich ehrlich sagen, dass mich das nicht besonders gereizt hat. Denn das war nicht wirklich mein Bedürfnis.
Wenn ich nachdenke, dann darf ich zugeben, dass ich mich deswegen für Meditation (oder irgendeine Möglichkeit) interessiert hatte, weil es mir einfach nicht gut ging und ich das nicht akzeptieren mochte. Es ging also nicht um irgendeine ominöse und weltbewegende absolute Wahrheit, es ging auch nicht darum, schlauer als andere zu sein, es ging ganz schlicht darum, dass ich absolut keine Lust mehr hatte unzufrieden zu sein.
Wenn ich so überlege, was mich alles unzufrieden machen kann, dann ist das wirklich viel. Beschissenes Wetter, schlechtes Fernsehprogramm, ein Kater nach einer wüsten Party, die falsche Frau ausgesucht zu haben, oder sogar die Idee, irgendwann nicht mehr leben zu sollen. Also wirklich enorm viel. Selbst relativ reich zu sein, war ich auch schonmal, war keine Lösung. Und dass ich dieses Dasein nur unzureichend nach meinen Vorstellungen gestalten kann - wer würde mir schon erlauben darüber zu bestimmen, ob ein amerikanischer Präsident nun einen Krieg anzettelt oder nicht - sah ich ein, dass äussere Bedingungen nicht zu schaffen sein würden, egal wie sehr ich mich daran aufreiben würde.
Nungut... man bot mir Meditation an, zunächst mal, ohne mir darüber wirklich viel sagen zu können. Ungeheure Versprechungen, Erleuchtung, Gott, Weisheit usw, endlose Versprechungen, die allerdings eines gemeinsam hatten, sie wiesen in eine Richtung, in der es mir gut gehen sollte.
Also probiert...
Nun will ich nicht langweilen, und ich könnte auch gar nicht alles erzählen, was so passiert ist. Aber ich kann versuchen zu erzählen, was heute passiert und ob denn nun eine Lösung in Sicht ist.
Gut. Also ich setze mich hin, mache es mir relativ bequem. Ich sitze nicht im Lotus, nicht annähernd, sondern einfach nur relativ bequem. Dabei sitze ich schon aufrecht, so halbwegs, so dass ich nicht unnötig müde werde. Zum Schlafen könnte ich ja ins Bett gehen...
Und dann mache ich meine Augen zu. Beim Zazen tut man das nicht, man sitzt auch vielleicht nicht ganz so bequem und findet beides wichtig, warum auch immer. Aber mir geht es ja auch nicht darum, Zazen zu üben, sondern zufrieden zu sein. Herauszufinden, ob ich das trotz all dieser Dinge kann, die ich im Leben vielleicht gern anders hätte.
Dann konzentriere ich mich, bzw ich wende Techniken an. Welche, das kann ich nicht beschreiben, da ich Techniken anwende, die mir von jemandem vermittelt wurden, der darum bat, sie nicht zu beschreiben. Sorry, dass es dadurch etwas mysteriös wirken könnte, aber das ist nicht der Grund für diese "Geheimniskrämerei".
Im Grunde geht es bei einer Technik, ich kenne auch viele andere, die keineswegs schlechter sind, lediglich darum, etwas zu haben, an dem man sich "geistig festmachen", konzentrieren kann. Den Affen anbinden sagt mancher, ich finde konzentrieren irgendwie neutraler.
In diesem Sinne ist "einfach nur Sitzen" eine Technik, ebenso wie "den Atem beobachten" eine Technik ist.
So, und was passiert nun?
Ist natürlich von Tagesform und Stimmung ein wenig abhängig, aber zunächst mal passiert, dass ich die Konzentration wieder verliere. Irgendwas geht mir durch den Kopf, irgendwas höre ich, fühle ich, und irgendwann bemerke ich... "eigentlich wollte ich doch die Technik anwenden".
Also zurück zur Technik.
Das, wie gesagt, je nach Tagesform, passiert mehr oder weniger oft. Und dazwischen nehme ich mich einfach sitzend wahr, auf die Technik konzentriert, nichts ausser dem anstrebend.
Dann gibt es Momente, wer weiss wie lange die jeweils dauern, in denen ich zwar weder irgendwelchen Dingen nachgehe, obwohl ich vielleicht etwas höre oder fühle, aber sie passieren einfach unbewertet, ohne dass ich sie untersuche aber auch ohne dass ich sie nicht will. Gelegentlich tauchen Ideen auf, manchmal völlig absurde Ideen, Dinge, die es gar nicht gibt oder mit denen ich eigentlich gar nichts zu tun habe.
Während all dieses Hin- und her empfinde ich eine gewisse Ruhe. Ich hätte gar keine Lust irgendwas zu verändern und wenn, dann fällt mir wieder ein "eigentlich wollte ich jetzt nur diese Technik machen".
Oft erlebe ich mehr oder weniger lange "Abwesenheiten" ohne deswegen zu schlafen oder zu träumen. Zeiten, in denen einfach nur "alles ok" ist, ohne dass ich sagen könnte, was denn nun ok sei. Zufriedenheit ohne Sinn und Zweck, aber auch Wohlbefinden ohne weiteren Grund oder Zweck. Unangenehmes erlebe ich eigentlich nicht.
Was selten mal so richtig schön deutlich auftaucht, ist das Gefühl, wach zu sein, aber keine Idee zu haben wo ich eigentlich bin. Manchmal nicht einmal, wer ich eigentlich bin, was mir durchaus angenehm ist. Zufriedenheit im Sinne eines Zustandes ist aber da, allerdings ohne eine Unzufriedenheit an der ich vielleicht messen könnte, wie anders denn nun diese Zufriedenheit sei. Auch ist gelegentlich diese Zufriedenheit sehr stark und sehr angenehm, so dass es eher wie ein bischen Glücklichsein ist.
Je länger ich das alles tue, um so einfacher ist es oft, mehr oder weniger kurze/lange Momente von Selbstvergessenheit zu erleben. Nicht Zustände in denen da gar nichts wäre, irgendeine ominöse Leere vielleicht, sondern einfach nur nichts, was mich reizen könnte etwas zu verändern. Es verändert sich natürlich ständig alles mögliche, aber es ist einfach nur ok.
Und dann kommt irgendwann sowas wie, "ob wohl die Zeit um ist" oder "ok, lange genug" oder "guck mal ins Forum" und dann gucke ich auch schonmal auf die Uhr, ob ich eigentlich so lange gesessen habe wie ich es mir vorgenommen hatte. Ich hab dann natürlich bereits aufgehört... und normalerweise übererfülle ich mein Soll... was sicher nicht übermäßig wichtig ist, aber es ist eben ok für mich.
Ich denke nicht, dass nun alle dasselbe erleben. Viele der Gedanken und Gefühle, die so während all der Zeiten in den Sinn kommen, sind eben Dinge, die in meinem Leben eine Rolle spielen. Aber eine gewisse Zufriedenheit, auch Selbstvergessenheit, oft auch ein Wohlbefinden, das sind Dinge, die mir auch andere über ihre Meditationen erzählen.
Nun vielleicht nochmal zurück zu der Ausgangssituation. Ist da eine Lösung?
Eines ist mir deutlich, und zwar, dass es während der Meditation ein enorm reduziertes Maß an Konflikten gibt, bis hin zur Konfliktlosigkeit/Harmonie, und dies ohne irgendwelche äusseren Bedingungen beeinflusst zu haben. Während solcher Zufriedenheiten sind viele Dinge gleichgültig, ob es einen Gott gibt oder nicht, sowas würde ich mich da gar nicht fragen. Ob es sowas wie einen Durchblick gibt, ist mir da völlig egal, der den ich dann habe, ist mir völlig genug.
Dann noch etwas, diese Zufriedenheit ist nicht einfach nur weg, wenn ich dann "aufhöre". Da bleibt mehr oder weniger, wieder auch abhängig von sowas wie Tagesform, etwas erhalten, was ich in den Alltag hinein mitnehme. Ich bin zumindest zunächst mal, manchmal aber auch sehr lange, weiterhin zufrieden, manchmal eben auch mehr als nur zufrieden, wohlig eben, und so begegne ich denen, denen ich eben begegne (vorwiegend meiner Frau).
Ob es lohnt, das kann man natürlich nur für sich selbst beantworten. Für mich lohnt es sich, ich hätte keine Idee, wie ich durch Beeinflussung/Änderung von Lebensumständen, mehr und dauerhafter Zufriedenheit bekommen könnte. Manchmal frage ich mich sogar, wieso ich mir eigentlich über so Dinge wie eine Finanzkrise einen Kopf mache oder um einen Krieg der nun mal wieder irgendwo stattfindet. Oft denke ich, ich bin wie eine Blume, die irgendwie entstanden ist, wächst, blüht, verblüht und dann irgendwann nicht mehr da ist bzw verrottet. Und ich finde nichts schrecklich an diesem Gedanken.
Vielleicht nichts für Leute, die gern das komplette Weltall beherrschen würden... aber für mich ist es ok.
Ich hoffe, dass zumindest irgendwer mit dem Geschriebenen etwas "anfangen kann"...
Gruß
mipooh